Arthrose | Arthrosebehandlung
Was ist eine Arthrose?
Arthrose nennt sich die fortgeschrittene Schädigung des Gelenkknorpels, die auf Dauer Gelenkflächen und angrenzende Knochen in Mitleidenschaft zieht. Beim ausgewachsenen Menschen ist die Arthrose eine der häufigsten Gelenkerkrankungen.
Arthrosearten
Es gibt viele Arthrosearten, da sich Knorpel in jedem Gelenk im Körper abnutzen kann.
Die am häufigsten vorkommenden Arthrosearten sind:
- Gonarthrose (Arthrose im Kniegelenk)
- Coxarthrose (Arthrose im Hüftgelenk)
- Spondylarthrose (Arthrose in der Wirbelsäule)
- Omarthrose (Arthrose im Schultergelenk)
- Talocrurealarthrose (Arthrose im Sprunggelenk)
- Radiokarpalarthrose (Arthrose im Handgelenk)
- Heberden-Arthrose (Arthrose der Gelenke der Fingerenden)
- Bouchard-Arthrose (Arthrose der mittleren Fingergelenke)
- Kubitalarthrose (Arthrose im Ellenbogengelenk)
Protektive Arthrose Behandlung – Das Behandlungskonzept
Individuell und persönlich – orthopädisch medizinische Behandlung.
Zur Behandlung der Arthrose gibt es verschiedene Möglichkeiten, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.
Zwei Ziele bestimmen die Behandlung. Zum einen muss die Gelenkmechanik optimal sein, sodass das Gelenk reibungslos funktioniert, gut beweglich ist und durch ausreichende Muskelkraft geführt wird. Zum anderen sollten Knorpelstoffwechsel und Knorpelbiologie durch moderne Medikamente optimiert werden.
Knorpelschäden
Normalerweise kommen Knorpelschäden eher bei älteren Menschen vor. Bei jungen Menschen entstehen tiefgehende Knorpeldefekte vorwiegend durch Unfälle.
Deshalb sind sehr differenzierte Behandlungskonzepte erforderlich. Welches letztendlich das für den Patienten Richtige sein wird, ist abhängig von der Größe und Lokalisation der Knorpelschäden, aber auch vom Alter des Patienten, da bei jungen Patienten das Regenerationspotenzial des Knorpels noch relativ hoch ist.
Die einzelnen Behandlungskonzepte werden deshalb sehr individuell auf den betroffenen Patienten abgestimmt. Dazu stehen uns zahlreiche Methoden zur Verfügung:
1. nicht-operative Therapie
- orthopädietechnische Maßnahmen wie Versorgung des Patienten mit entsprechenden Einlagen bzw. Schuhzurichtungen, um das Gelenk entsprechend zu entlasten (Technische Orthopädie)
- PMT (Pulsierte Magnetfeldtherapie) als entzündungshemmende und schmerzlindernde Therapie
- Lasertherapie lindert die Schmerzsymptome, baut die Entzündung und Schwellung ab
- Akupunktur bzw. Akupunktur im Magnetfeld
- Injektionen von Hyaluronsäure (Synocrom) in das betroffene Gelenk (als Ersatz bzw. Ergänzung der bei Arthrose veränderten Gelenkschmiere). Damit kann das reibungsarme Gleiten der Gelenkpartner wieder hergestellt werden. Schmerzen werden reduziert.
- Einnahme von Chondroitinsulfat und Glucosaminoglukanen als Knorpelbildner und Wasserspeicher.
- Physikalische Maßnahmen wie Krankengymnastik und Elektrotherapie
- Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten, z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Coxibe
- Ausführliche Beratung im Hinblick auf geeignete Sportarten und Lebensweise (z. B. Ernährungsgewohnheiten, Gewichtsreduktion)
Oft gelingt es mit diesen Möglichkeiten, dem Patienten lange Zeit eine gute Lebensqualität zu sichern und den Verlauf der Arthrose zu verlangsamen. Entscheidend für eine erfolgreiche konservative Behandlung ist jedoch ein frühzeitiger Beginn und die konsequente Umsetzung des individuellen Therapiekonzeptes unter ärztlicher Kontrolle. Bei fortgeschrittener Arthrose kommen operative Methoden zum Einsatz.
2. operative Therapie
- Die Arthroskopie als minimalinvasives Verfahren bei Arthrose der großen Gelenke (z. B. Knorpelglättung und Gelenkspülung, Microfracture-Technik bzw. Pridie-Bohrung, Knorpelzelltransplantation, Mosaikplastik, Abrasioarthroplastik sowie arthroskopische Entfernung der entzündeten Schleimhäute)
- Offene Gelenkoperationen z. B. Entfernung entzündeter Gelenkinnenhäute oder autologe Knochen-Knorpeltransplantation (OATS)
- Umstellungsosteotomie zur Entlastung der abgenutzten Gelenkfläche
- Implantation von künstlichen Gelenken z. B. Hüft- und Knieendoprothese